Wie setzt sich der Preis zusammen....

Warum ist ein Zuchthund der Rasse Chihuahua so teuer? Hier eine kurze Antwort

Viele Menschen denken, dass ein Züchter sich an den Welpen bereichert. Dass die Zucht ein lukratives Geschäft sein, von dem der Züchter ohne viel Aufwand leben kann und sich sogar ein Luxusleben leisten kann. 

 

Großer Irrtum!!! 

Schön wäre es... 

Ein verantwortungsvoller Züchter kann froh sein, wenn sein Zwinger sich selber trägt. Dies ist aber leider meistens nicht der Fall und es ist und bleibt ein teures Hobby. 

Aber es macht Spaß und man wächst mit seiner Zucht... das sind Erfahrungen die wundervoll sind und sind mit Geld nicht zu bezahlen. 

 

Hier versuche ich eine Aufstellung für einen kleinen Chihuahua-Züchter aufzulisten. 

Es beginnt, mit dem Kauf eines Zuchttieres. 

Da ein Welpe sich durchaus auch zum negativen Verwachsen kann und dann nicht für die Zucht eingesetzt werden darf, hat man hier das erste Risiko. 

Ein wahrscheinlich zur Zucht geeigneter Junghund kostet ca. 1200,-€

 

Wir nehmen an der Züchter hat sich eine Hündin gekauft und es gibt keine Komplikationen....

Bis zum erste Zuchteinsatz (der nicht vor dem 16. Lebensmonat erfolgen darf) hat man natürlich Kosten, 

Futter (wir nehmen Royal Canin und Leckerlies) pro Monat kann man hier ohne Probleme auf 25,00€ /pro Tier im Monat kommen. 

Auch muss man die Zuchttiere versichern. Eine Zwingerversicherung kostet 150,00€/Jahr

In vielen Kommunen gibt es Zwingersteuern für Züchter, in anderen Gemeinden muss der Züchter für jeden Hund ganz normal Steuern zahlen. Hier nehmen wir jetzt einen Durchschnittspreis von 400,-€/ im Jahr. Der VDH kostet   35,-€/jährlich und der Zuchtverein 60,-€/jährlich. Der kostet  Zwingerschutz 50,-€

 

Es kommen die ersten Untersuchungen im Alter von 12 Monaten, PL Untersuchung 65,-€. Herz-Lungen Check (ist freiwillig, aber die meisten machen es) 50,-€. Diese Untersuchungen müssen mit 24 Monaten wiederholt werden.

Dann ein paar Monate später, die Nachimpfung einschl. Tollwut (muss man machen, da ein Hund der auf Ausstellungen geht, gegen Tollwut geimpft sein MUSS) 65,-€.

Mit 15 Monaten darf die Hündin dann zuchttaglich geschrieben werden. Dafür muss man auf eine Ausstellung die eine Zuchttauglichkeitsprüfung mit dabei hat, das kostet nochmal 160,00€ inkl. dem DNA-Test und Ausstellungsgebühr. Um eine Körzucht oder Titel zu erwerben muss die Hündin auf mehreren Ausstellungen vorgeführt werden, dafür schlagen dann nochmals 500,00€ (mit Fahrtkosten, Gebühren etc. ) zu Buche. Wenn sie die die Zuchttauglichkeit erlangt hat, geht es weiter... nach erreichen des 16. Lebensmonats (meistens aber erst später)

darf nun von einem ebenfalls zuchttauglichem Rüden gedeckt werden. Vor dem Decken muss die Hündin tierärztlich untersucht werden, sie muss entwurmt werden und einen Abstrich bekommen Kosten dafür rund 100€. Die Fahrt zum Deckrüden veranschlage ich mal mit 50,-€ durchschnittlich. Die durchschnittliche Decktaxe beträgt 700,00€. 

Während der Trächtigkeit bekommt die Hündin Spezialfutter für ungefähr 60,-€. Sie wird ca. nach dem 30. und dem 50. Tag nach dem Deckakt per Ultraschall untersucht 100,-€.

Kurz vor dem errechnetem Geburtstermin wird die Hündin dann nochmal geröntgt und untersucht 75,-€.

Zwischendurch muss der Züchter die Geburtsstätte einrichten. Wurfbox: 100,-€, Welpenauslauf 250,-€,

Decken und Handtücher 50,-€, Zwingerbuch 20,-€, 

Geburts- und Nachsorgematerialien 150,-€, Welpenerkennungsbänder 10,-€, Entwurmungsmittel für die Welpen und der Mutterhünden 20,-€ 

 

Jetzt ist alles soweit fertig, dass die Welpen zur Welt kommen können, die Hündin macht alles alleine und den Welpen geht es gut. In diesem Beispiel gibt es keine Komplikationen, also die beste Variante die einem Züchter passieren kann. Im Duchschnitt bekommt eine Chihuahuahündin 3 Welpen.

 

Diese Beispielrechnung bezieht sich also auf einen Wurf mit 3 Welpen:

 

Einen Tag nach der Geburt sollte ein Tierarzt oder der Zuchtwart vorbeikommen und sich die kleinen Welpen ansehen (150,-€), dabei wird auch die erste Wurfabnahme gemacht. Die Hündin bekommt weiterhin Spezialfutter. Alle zwei Wochen werden die Welpen und die Mutterhündin entwurmt. Mit ca. 4 Wochen, werden die Welpen erneut dem Tierarzt vorgestellt, es wird der Allgemeinzustand, Knochenaufbau und Vitalität der Welpen untersucht 150,-€.

Die Kleinen fangen mit ca. 5 Wochen an zu fressen und sollten hochwertiges Welpenfutter bekommen 100,-€.

Ab jetzt wird die Mutterhündin den Kot und Urin nicht mehr wegmachen, man braucht also Einmalunterlagen 200,-€, Desinfektionsmittel und einen Dampfreiniger, veranschlagt dafür werden ca. 150€.  

Mit 8 Wochen werden die Welpen dann das erste Mal geimpft und gechippt 60,-€/ Welpe. Der Zuchtwart kommt und begutachtet den Wurf, damit erfolgt die offizielle Wurfabnahme und Kontrolle des Zwinger,s somit können die Ahnentafeln für die Welpen beantragt werden (alles zusammen) 200,-€.  Da der Auszug der Kleinen bevorsteht werden die Aussteuer-Pakete zusammen gestellt. Transprotbox 15,-€, Decke 7,-€, Geschirr mit Leine 10,-€, Spielzeug 5,-€, Unterlagen 5,-€ 

Mit 12 Wochen gibt es dann die Nachimpfung 35,-€/Welpe.

 

Wenn man die einmaligen Kosten nimmt, wie Anschaffung und Zuchttauglichkeitsprüfung sind dies schon alleine:

 

1590,-€ einmalige Kosten. 

 

Um die Rechnung leichter verständlich zu machen, sagen wir, die Hündin bekommt jedes Jedes Jahr einen Wurf. 

Wurfbox, Welpenauslauf, Dampfreiniger sowie das Zwingerbuch, Geburts- und Nachsorgematerialien, ein paar Decken und Handtücher kann man wiederverwenden und daher werden diese hier als ebenfalls einmalige Kosten veranschlagt, auch wenn man sie alle paar Jahre neu kaufen muss  (alles zusammen =Gehege) . 

 

Gehege: 570,-€

 

 

Die jährlichen Ausgaben für die Zucht (Steuern, Futter, Ausstellungen etc.) belaufen sich auf ca. 1.350,-€ 

 

Jetzt wird alles andere zusammengerechnet, was bei jedem Wurf aufs Neue an Kosten anfallen: 

 

Wurfkosten OHNE Komplikationen: 1.787,-€ 

 

 

Wenn man jetzt die jährlichen Kosten und die Wurfkosten zusammen nimmt hat der Züchter Ausgaben von rund

 

3.137,-€ 

 

 Wie gesagt, das sind Ausgaben für einen Wurf, wo keine zusätzlichen Tierarztkosten und Behandlungskosten anfallen. 

Wenn die Hündin einen Kaiserschnitt bekommen muss, dann kann man 1200,-€ noch draufschlagen. 

 

Wenn man jetzt die Durchschnittskosten mit einem Durchschnittswurf teilt liegt man bei:

 

1045,67€ für einen Welpen

 

 

Jetzt werden einige sagen: ja, aber die Meisten bekommen doch mehr als drei Welpen, da ist doch der Gewinn größer!

 

Wie man schön an unserem A und B Wurf sehen kann, selbst mit 2 Würfen, liegen wir mit der Welpenzahl nicht im Durchschnitt. 

Es wird immer mal einen großen und einen kleinen Wurf geben. 

Selbst wenn mehrere große Würfe fallen, was wenn nicht alles glatt läuft? Was wenn ein Kaiserschnitt von Nöten ist? Was wenn die Welpen eine Amme brauchen?

Auch wenn ein Züchter in dem einem Jahr mal ein Plus gemacht hat, kann im anderen Jahr alles schief laufen und er schreibt ein dickes Minus. 

 

Wenn man dann noch dazu rechnet dass jede Hündin bei ihrem Züchter bleibt, die mit ihrem 8. Geburtstag in Rente geht, aber dennoch weiterhin Fressen, Tierarztbesuche und das ganze drumherum braucht. Dann kann jeder der auch nur in der ersten Klasse in Mathe aufgepasst hat sich ausrechnen, dass eine VERANTWORTUNGSVOLLE UND GESUNDE ZUCHT kein Goldgewinn ist.

 

 In der Kurzfassung:

 

 Der Kaufpreis für die Welpen ergibt sich unter anderem durch die Anschaffung der fehlerfreien Elterntiere, Zuchttauglichkeitsprüfungen, Deckgebühren, Fahrtkosten, Vereinsbeiträge, Futterkosten, Welpen-Grundausstattung, Wurfabnahme durch den Zuchtwart, Chippen, Impfungen, Gesundheitschecks, Ausstellungskosten, Tierarztkosten für die Mutterhündin wie z. B. Trächtigkeitsuntersuchungen (Röntgen, Ultraschall....evtl. Komplikationen bei der Geburt) und für die Wepen, Kosten für die Papiere, Steuern, Versicherung...

 und nicht zuletzt daraus,

dass eine Chi-Hündin einmal im Jahr nur ca. 1-4 Welpen zur Welt bringt!

 

Deshalb sind die Welpen keine Schnäppchen,

 der Preis ist nicht verhandelbar, und kann von Welpe zu Welpe  unterschiedlich hoch sein!

 

Hoher Preis für Hund aus durchdachter Zucht gerechtfertigt?

 

Der vergleichsweise hohe Preis ist schnell gerechtfertigt, wenn man sich die Kosten ansieht, die eine gut durchdachte Zucht mit sich bringt: Hochwertiges Futter, umfassende Gesundheitsvorsorge, allerlei Gesundheitsuntersuchungen (beispielsweise Röntgen und Auswerten von Gelenken, jährliche Augenuntersuchungen, Gentests), die gründliche Auswahl eines passenden Deckrüden sowie eventuell weitere Fahrten zu diesem, sind nur ein paar der Kostenpunkte die ein guter Züchter.


Der seriöse Hundezüchter

Der seriöse Züchter züchtet in einem Verein, der einem Verband angehört. Dieser stellt Stammbäume beziehungsweise Ahnentafeln aus, macht Vorschriften über die Haltung der Hunde und über die gesundheitlichen, sowie die charakterlichen Voraussetzungen die der Hund erfüllen muss, um in die Zucht zu gelangen. Auch die Bedingungen, unter denen die Welpen aufwachsen sind und werden kontrolliert.

 

(Quelle:http://www.planethund.com/hundezucht/hundekauf-hundezuchtvereine-papiere-2201.html)

 

Wühltischwelpen – nein Danke!


 Hundemütter werden in Osteuropa unter schlimmsten Bedingungen gehalten. Durch ständige Geburten, schlechte Ernährung und fehlende medizinische Versorgung sind sie frühzeitig ausgelaugt und traumatisiert. Ihre Welpen werden ihnen viel zu früh entrissen. Oft sind sie krank, meistens ungeimpft. Mit gefälschten Papieren werden sie tagelang quer durch Europa transportiert. Die neuen Besitzer, die nicht ahnen, welche Qualen die Tiere erleiden mussten, sehen sich nicht selten mit hohen Tierarztkosten und oft sogar schmerzlich mit dem frühen Tod der Welpen konfrontiert. Mittlerweile ist der Handel mit reinrassigen Welpen zu einem professionellen Millionengeschäft mit mafiösen Strukturen geworden. Online-Portale bieten unzählige Hundebabys aller Rassen an, fast wöchentlich deckt die Polizei bei Kontrollen illegale Welpentransporte auf.
Die Arbeitsgemeinschaft „Welpenhandel“ ist eine gemeinsame Initiative von VIER PFOTEN - Stiftung für TierschutzTASSO e.V., dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie sowie der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Gemeinsam fordern die Tierschutzorganisationen eine EU-weite Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde, rechtsverbindliche Mindeststandards für die Zucht und Haltung von Hunden sowie verstärkte und konsequente Verkehrskontrollen, um dem illegalen Treiben Einhalt zu gebieten.

Quelle: http://www.wuehltischwelpen.de/news-startseite-8.html